Martinique
Martinique ist eine Insel in der Karibik und gehört zu den kleinen Antillen. Sie ist ein französisches Überseedépartement und Teil der Europäischen Union. In der Sprache der Ureinwohner wurde die Insel Madinina (Blumeninsel) genannt. Diese Bezeichnung wird auch heute noch oft von den Einheimischen verwendet. Hauptstadt ist Fort-de-France.
Der Tourismus trägt zu 7 % des BIP bei. Circa 80 % der Touristen kommen aus Frankreich, 5,0 % aus Europa (ohne Frankreich), 10,4 % aus der Karibik, 3,1 % aus den USA und der Rest (1,4 %) aus dem Rest der Welt. Zwischen dem Norden und dem Süden der Westküste reichen Schwemmlandgebiete bei Lamentin und Rivière-Salée tief in das Landesinnere.
Geographie und Landschaft
Martinique liegt 25 km südlich von Dominica und 37 km nördlich von St. Lucia. Die Insel hat eine Länge von 73 km und eine Breite von 39 km. Das Innere der Insel ist gebirgig. Im Norden der Insel liegen der Vulkan Montagne Pelée mit einer Höhe von 1.397 m, Regenwälder und sehenswerte schwarze Sandstrände. Nur im südöstlichen Küstenstreifen gibt es größere Korallenbänke und viele vorgelagerte kleine Inseln. Im nordöstlichen Küstenabschnitt ist die Brandung so stark, daß baden dort lebensgefährlich ist. Der südwestliche Teil hat die schönsten Strände und ist das Touristenzentrum.
Auf der Atlantikseite und auf der gegenüberliegenden Seite an der Karibischen See liegen jeweils eine große Halbinsel. Auf der Atlantikseite beim Ort La Trinite ist es die wenig erschlossene, ausgefranste Ile La Caravelle. Auf der anderen Seite südlich der Hauptstadt Fort-de-France kann man über eine Rundstraße die Halbinsel von Trois-Ilets erkunden.
Reiseziele und Sehenswürdigkeiten
- Anses-d’Arlet
- Le Carbet
- Le Diamant
- Fort-de-France: Hauptstadt
- Le Francois
- Lamentin
- Le Marin: Urlaubsort im Süden mit dem größten Yachthafen der Insel
- Le Precheur
- Sainte-Anne / Martinique
- Sainte-Luce
- Saint-Pierre: ehemalige Hauptstadt bis zum Ausbruch des Mont Pelée
- Schoelcher
- La Trinité
- Trois-Ilets
Klima und Wetter
Das Klima ist tropisch und die Regenzeit dauert von Juni/Juli bis Oktober, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Zwischen Juni und November können Wirbelstürme die Inseln überqueren. Die Trockenzeit ist von Januar bis April.
Der Norden ist feucht mit einer üppigen Vegetation. Im Süden, wo sich auch die meisten touristischen Reiseziele befinden, ist das Klima trockener. Die mittleren Lufttemperaturen liegen im Januar und Februar zwischen min. 21° C und max. 27° C, im August und September zwischen min. 24° C und max. 30° C. Der Februar hat im Mittel 12 Regentage, der Juli 22 Regentage.
Wassertemperatur
Die Wassertemperatur kann im Juli bis Oktober 28° C überschreiten und liegt auch im Februar nicht unter 26° C.
Tauchen
Die im Hafen von St. Pierre oder unmittelbar vor der Küste gesunkenen Schiffe, die untergingen, als die Glutwolke vom Vulkanausbruchs der Montagne Pelée das Meer erreichte, sind ein beliebtes Ziel für Hobbytaucher und Tauchtouristen.
Kulinarik
- Kaffee: 1723 entstehen die ersten Kaffeeplantagen.
- Zuckerrohr: Ab 1660 wurde auf Martinique Zuckerrohr angebaut. Auf der ganzen Insel gibt es nur noch einen einzigen Großbetrieb „usines centrales“ der während der Erntezeit in den Monaten Februar bis Juni ca. 2.000 Tonnen Zuckerrohr zu Industriealkohol und Rum verarbeitet. Das Zuckerrohr kommt von den fabrikeigenen Plantagen und von selbstständigen Pflanzern die das Zuckerrohr auf kleinen 1 bis 3 Ha großen Feldern anbauen und an die Fabrik verkaufen. Von den vielen ehemaligen Plantagen sind nur noch wenige gut erhalten.
- Rum: Daneben gibt es eine Reihe von kleinen Rumbrennereien „Distilleries“, die eigene Zuckerplantagen von 20-200 Ha Größe besitzen. Hier wird das Zuckerrohr aus Qualitätsbewußtsein noch mit der Machete geschlagen und der „Rhum Agricole“ gebrannt. Dieser wird zu einem Drittel für den einheimischen Konsumenten produziert, zwei Drittel werden nach Frankreich exportiert.
Gerichte
- Paté en Pot: Gemüsesuppe mit Schinkenspeck und Lammfleisch, abgeschmeckt mit Lorbeer und Nelken.
- Les accras: in Öl gebratene Bouletten aus Fischen, Langusten und Krebsen passiert, mit Knoblauch, Thymian, Piment und Schnittlauch gewürzt.
- Les crabes farcis: Aus dem Fleisch von Landkrabben wird Les crabes farcis, es wird mit Knoblauch und Piment gewürzt, mit Kokosmilch gelöscht und mit pürrierter Avokado gemischt.
- Le blaff oder Le court-bouillon sind verschiedene Fischarten aus dem Atlantik und aus dem Karibischen Meer, gedünstet oder vom Holzkohlegrill.
- Poulet Créole: gebackenes oder gegrilltes Huhn mit einer stark gewürzten Sauce, ein weit verbreitetes Nationalgericht.
- Colombo de cabri: Ziegenfleisch in scharfer indischer Sauce.
- Colombo de porc: Schweinefleisch in scharfer indischer Sauce.
- Blanc-Manger: ein Dessert aus Kokosnuß und Vanillemilch mit Zimt und Muskatnuß.
Getränke
- Bier: Das einheimische Bier wird in Lamentin gebraut, es heißt Lorraine. In dieser Brauerei wird in Lizenz auch Heineken Bier und Pepsi Cola produziert.
- Rum-Punsch: Die Einheimischen mixen sich ihren Rum-Punsch häufig selber. Wird Limonensaft, Rum und Zuckerrohr Sirup nach eigenem Geschmack gemixt, ist es der sogenannte „ti-punch“.
- Planteur (Planter’s Punch): wird aus Rum und Fruchtsäften zu einem Longdrink gemixt. Jeder Barkeeper hat sein eigenes Rezept.
- P’tit Punch: wird auf den französischen Karibikinseln aus „Rhum Agricole“ gemixt, das ist klarer Rum, der aus dem Saft von frisch geerntetem Zuckerrohr gebrannt wird. Nur mit Wasser verdünnt erhält man „Grappe Blanche“. Wird der Rum unter Zusatz von Melasse in Eichenfässern gelagert so ergibt dies „Rhum vieux“. Dieser wird bis zu 15 Jahre alt und wird wie Cognac getrunken.
- Creole shrubb: ein Likör aus altem Rum, Apfelsinensaft und Bitterorangen.
Anreise und Verkehr
- Flug: Der internationale Flughafen Aéroport International Martinique Aimé Césaire befindet sich bei Le Lamentin südöstlich der Stadt Fort-de-France (IATA-Flughafencode: FDF). Die Flugdauer von Paris-Orly nach Martinique beträgt hin ca. 8 Stunden 30 Min und zurück ca. 8 Stunden. Weitere Direktflüge existieren zwischen FDF und Guadeloupe, Französisch-Guyana, Panama, Costa Rica, Dominikanische Republik, Puerto Rico und St. Lucia.
- Fähre: Regelmäßige Fähren (auch Schnellfähren) verbinden Martinique mit St. Lucia, Dominica, und Guadeloupe.
- Straßen: Das Straßennetz ist hervorragend und zum Teil vierspurig ausgebaut. Einige Straßen sind sehr kurvig mit starken Steigungen.
- Bus: Wie auf allen kleinen Karibik-Inselchen gibt es auch auf Martinique ein gut ausgebautes Bus-Netz. In der Regel fahren diese Mini-Busse bis zum Einbruch der Dämmerung.
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