Portugiesischer Wein
Zwei Weinspezialitäten sind der spritzig-moussierende Vinho Verde und der Portwein. International bekannt ist der portugiesische Portwein, ein Likörwein, der vor allem zu Desserts getrunken wird.
Der Weinbau in Portugal ist von Gegensätzen geprägt. Während im Landesinneren noch schwere, tanninreiche Rotweine und der Portwein vorherrschen, kommen aus dem kühlen atlantischen Klima des Nordens leichte Weine wie der Vinho Verde.
In Portugal wird eine Rebfläche von über 300.000 Hektar (flächenmäßig die viertgrößte der Welt) bearbeitet, die eine Jahresproduktion von 4,5 bis 10 Millionen Hektoliter ergibt. Etwa 15 % der werktätigen Bevölkerung Portugals leben vom Weinanbau.
Heute gibt es in Portugal fünf Weinbauzonen mit über 40 Qualitätswein-Anbaugebieten, davon 26 mit DOC-Status. DOC bedeutet in Portugal Denominação de Origem Controlada und entspricht dem spanischen DO oder dem französischen AOC-System. Sechs Regionen erzeugen IPR-Weine (Indicação de Proveniencia Regulamentada, entsprechend den VDQS-Weinen), acht Regionen Landweine (Vinhos Regionais, entsprechend den französischen Vin de Pays). Der Rest ist Tafelwein (Vinho de Mesa).
Portugal besitzt durch seine klimatische, geologische und topografische Vielfalt über 500 autochthone Rebsorten, die sogenannten Castas. Die wichtigsten roten Trauben sind Alfrocheiro, Tinta Roriz, Baga, Castelão Francês, Touriga Francesca, Touriga Nacional und Verdelho. Die wichtigsten weißen Trauben sind Alvarinho, Arinto, Avesso, Azal, Bical, Encruzado, Loureiro und Trajadura.
- Quintas: Die Weingüter heißen Quintas, vergleichbar mit dem französischen Château-Begriff. Caves: Weinkellereien
- Verdes: schnell zu konsumierende Jungweine
- Maduro: reife Weine
- Garrafeira: lange gelagerte Spitzenweine
Weinanbaugebiete Portugals
Vinho Verde
Im kühlen, regenreichen und fruchtbaren Norden Portugals wachsen auf kargen, sandigen Granitböden frische, schnell zu konsumierende Weine (Vinho Verde). Neben den wohlbekannten weißen Sorten gibt es lokal auch rote Varianten, die sehr tanninhaltig sind.
Douro
Das Portwein-Anbaugebiet östlich von Porto am Douro-Fluss. Die Schieferböden speichern Feuchtigkeit und helfen den Reben, die trockenen und heißen Sommer zu überstehen. Mittlerweile kommen aus dem Douro auch zunehmend klassische Rotweine von beachtlícher Qualität, etwas tanninärmer und säurebetonter als aus anderen Regionen.
Bairrada
Anbaugebiet um die Stadt Agueda. Hier entstehen schwere Rotweine aus der Baga-Traube.
Dão
Das traditionsreiche Weinanbaugebiet des Dão liegt in der gebirgigen Beira-Region, nördlich des höchsten Gebirges Portugals, der Serra da Estrela, und wird ebenfalls von den Gebirgen Buçaco und Caramulo durchzogen - die Weingärten sind aus diesem Grund auch typischer Weise in Terrassenform angelegt. Das Gebiet ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt, der es durchfließt. Die wichtigsten Rebsorten sind für Rotwein Tourigo, Tinta Pinheira und Alvarelhão, für Weißwein Arinto, D. Branca und Barcelos.
Estremadura
Küstenstreifen bei Lissabon mit atlantischem Klima und vielfach sandigen Böden. Die Weine sind frisch und modern.
Terras do Sado
Die Regionen Palmela und Setúbal. Trockene Weißweine, klassische Rotweine und Muskateller werden produziert. Der bekannteste Muskateller aus der Region Setúbal ist der Moscatel Roxo, der erst nach 20-jähriger Kellerreifung auf den Markt kommt.
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