Menorca
Wegen der späten Erschließung durch den Tourismus konnte Menorca sich vor der Zerstörung durch Siedlungen weitgehend bewahren. Menorca ist die östliche und nördlichste Insel der Balearen.
Auf Menorca leben 88.434 Einwohner (2006). Der Hauptort heißt menorquinisch Maó (spanisch: Mahón). Von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli ist die Insel etwa 50 km lang und in Nord-Süd-Richtung 16 km breit. Außerhalb der beiden Städte Ciutadella und Maó herrscht auf der Insel eine geruhsame Beschaulichkeit. Viele von Steinmauern gesäumte Felder, weiß getünchte Bauernhöfe mit alter Käsetradition, idyllische Dörfer und malerische Fischerorte prägen das Landschaftsbild. Im Jahre 1993 wurde die Insel zu einem Biosphärenreservat erklärt. Heute steht fast die Hälfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz. Viele unbebaute Strände und ursprüngliche Landschaften sind erhalten geblieben. Die Bauweise der Touristenunterkünfte ist im Vergleich zu den Touristenzentren der Nachbarinseln Mallorca und Ibiza großzügig und weniger klotzig.
Geografie und Landschaft
Die Insel hat zwei Regionen: Tramontana, die Berge im Norden, und Migjorn, das Hügelland im Süden. Als Folge von geologischen Faltungen ist die Tramontana schroff. An seiner zerklüfteten Küste liegen Naturhäfen. Im Gegensatz dazu hat der Süden ein sanftes Relief mit einigen tiefen Schluchten. Die Küste ist geradliniger mit Felsen und langen Sandstränden. Hier gibt es mehr Touristen als im Norden. In der Mitte der Insel ragt der 357 m hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen herrlichen Rundblick hat.
Gemeinden
Menorca ist in acht Gemeinden aufgeteilt:
- Alaior (spanisch: Alayor)
- Es Castell (ehemals: Villacarlos)
- Ciutadella de Menorca (spanisch: Ciudadela de Menorca)
- Ferreries (spanisch: Ferrerias)
- Maó (spanisch: Mahón)
- Es Mercadal
- Es Migjorn Gran (spanisch: San Cristóbal)
- Sant Lluís (spanisch: San Luis)
Strände
Ähnlich wie Mallorca besitzt Menorca eine Vielzahl von Stränden und Badebuchten. Hinsichtlich der Beschaffenheit der Strände unterscheiden sich die der Nordküste (mehr dunkel und grobkörnig) und der Südküste (hell und feinsandig) recht deutlich. Da auf Menorca recht oft ein starker Nordwind weht, sollte man als Badeurlauber eher die Südküste besuchen, während die Surfer an der Nordküste, insbesondere bei Fornells, besser aufgehoben sind.
- Südosten: Die Maó am nächsten gelegenen Urlaubsorte sind im Südosten der Insel. Zunächst erreicht man s’Alger, eine der ältesten Urbanisationen der Insel, mit guter Infrastruktur, jedoch nur kleinem felsigen Strandabschnitt, aber mit Wassersportmöglichkeiten (auch Tauchen!). Ein weiterer Ort ist Punta Prima mit feinem, flach abfallenden Sandstrand. Man findet hier vor allem Ferienhäuser, aber auch einige Hotels sowie eine Promenade mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
- Süden: Hier liegen die schönsten Strände und größten Hotels der Insel. Einen drei Kilometer langen, feinsandigen, flach abfallenden Sandstrand mit Dünenlandschaft hat Son Bou, Im Westen folgt der ruhigere Urlaubsort Santo Tomas, ebenfalls mit schönem, von Dünen begrenztem Strand. Im gesamten Süden gibt es gute Sport-, Wassersport-, Einkaufs-, und Unterhaltungsmöglichkeiten.
- Südwesten: die Küste hat schöne Buchten und Strände ohne größere Urbanisation. Am südwestlichen Ende der Küste erreicht man eines der großen Touristenzentren Menorcas, das aus den fast ineinander übergehenden Orten Son Xoriguer und Cala n’Bosch besteht. Auch hier liegt der Strand mit guten Wassersportmöglichkeiten in kleinen, feinsandigen Buchten und fällt flach ins Meer ab.
- Westen: Dort befindet sich die ehemalige Hauptstadt und zweitgrößte Stadt der Insel, Ciutadella. Sie bietet, wie auch Maó, Sehenswürdigkeiten, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Die Stadt ist eher maurisch als britisch geprägt.
- Norden: Der recht raue Norden Menorcas ist touristisch wenig erschlossen.
Gastronomie
Die menorquinische Küche ist einfacher und deftiger als die mallorquinische. Statt mit Olivenöl wird viel mit Butter und Sahne gekocht. Die Salsa Mahonesa, Vorläufer unserer Mayonnaise, ist eine wichtige Beilage.
- Caldereta de Langosta: In Feinschmeckerkreisen wird die Caldereta de Langosta gerühmt, deren Grundlage, die Langusten, zwischen Mallorca und Menorca besonders aromatisch sein sollen. Es handelt sich um eine Fischbrühe ähnlich der Bouillabaisse. Die Languste, in diesem Fall die im Mittelmeer häufige Art Palinurus elephas, ist die Grundlage der schmackhaften Caldereta, die in den meisten Restaurants, die auf Fischküche spezialisiert sind, angeboten wird.
- Käse: Eine besondere Spezialität ist der Käse der Insel, Queso Mahón genannt. Er wird aus roher Kuhmilch hergestellt und verfügt über das Qualitätssiegel „Denominación de Origen“. Dieses wird streng überprüft. Angeboten werden verschiedenen Reifestufen. In Alaior gibt es viele Käsereien; dort wurde auch die spanische Speiseeismarke La Menorquina gegründet. Siehe auch: Kalise Menorquina
- Die Carnixulla (katalanisch:Carnixua), auch unter dem menorquinischen Namen carn i xullo bekannt, zählt zu den ältesten Wurstspezialitäten Menorcas. Ihre Herkunft reicht zurück bis in die Zeit des Römischen Reiches. In kleinen Bars wird sie als Bratwurst hauptsächlich in der Zeit der porquetjades (Schweine-Schlachtfest) zu Süßkartoffeln gereicht.
Anreise und Verkehr
- Flug: Der internationale Flughafen Menorca befindet sich im Osten der Insel, 5 km südwestlich der Hauptstadt Maó (Mahon).
- Fähre, Maó: Der Hafen von Maó ist, nach dem Hafen von Sydney, der zweitgrößte Naturhafen der Welt mit täglichen Fährverbindungen nach Barcelona, Palma de Mallorca und Valencia.
- Fähre, Ciutadella: Vom Hafen in Ciutadella besteht eine Fährverbindung nach Alcúdia auf Mallorca der Reederei Iscomar.
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