Madrasa Sherdor in Samarkand Fotograf: Lizenz: CC-by-sa-3.0
Madrasa Sherdor in Samarkand

Usbekistan

Usbekistan ist ein Staat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan, im Südosten Tadschikistan und Afghanistan, im Süden Turkmenistan. Hauptstadt ist Taschkent.

Geografie und Landschaft

Usbekistan erstreckt sich von den Wüsten am Aralsee im Westen über ca. 1.200 km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten. Der von vollständiger Austrocknung bedrohte Aralsee hat derzeit eine Fläche von ca. 17.000 km². Südwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, wüstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westhälfte zu Kasachstan gehört und das ein großes Naturreservat ist.

Der größte Teil Usbekistans wird von Wüsten eingenommen. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-Wüste, die vier Zehntel der Staatsfläche Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt.

Im Osten Usbekistans liegen die Turkestangebirgskette und die vorgebirgige Landschaft des Tianshan, sowie Teile des Ferghanatals. Der höchste Berg Usbekistans liegt im Hissargebirge (Provinz Surxondaryo) und erreicht eine Höhe von 4.643 Metern. Die tiefste Stelle im Land liegt 12 m unter dem Meeresspiegel in der Wüste Kysylkum.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbauflächen befinden sich in den großen Oasen um Samarkand, Buchara und Taschkent sowie im Ferghanatal.

Klima und Wetter

In Usbekistan herrscht ein kontinentales Wüstenklima. Die Sommer sind meist heiß und wolkenlos, die Winter unbeständig und kalt. Der Jahresniederschlag beträgt nur zwischen 50 und 200 mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf über 1.000 mm jährlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark.

Reisezeit

Optimale Reisezeiten sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da der Sommer zu heiß ist.

Reiseziele und Sehenswürdigkeiten

Der Tourismus in Usbekistan befindet sich noch im Aufbau. Die Infrastruktur entspricht vielfach nicht den Ansprüchen eines international ausgerichteten Tourismus. Seit einigen Jahren entstehen allerdings immer mehr private Pensionen, die heute eine Konkurrenz zu den alten Hotels aus sowjetischen Zeiten darstellen. Derzeit ist der meiste Tourismus entlang der Seidenstraße zu finden, die das Land in fast der gesamten Länge durchzieht. Beliebte Reiseziele sind die antiken Städte Samarkand, Buchara und Chiwa (Xiva). Chimgon und Berldersoy sind leicht erreichbare Erholungsgebiete für die Bevölkerung Taschkents.

  • Xiva: die Altstadt Itchan-Kala der Stadt Xiva, seit 1990 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Buchara: Altstadt, seit 1993 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Shaxrisabz: Altstadt, seit 2000 UNESCO Weltkulturerbe, Teppichknüpfer.
  • Samarkand: seit 2001 UNESCO Weltkulturerbe.

Aktivitäten

  • Wintersport: Im Chatkal-Nationalpark ist Wintersport in Form von Heliskiing möglich.

Währung

Die Währung ist der Usbekische Sum. In offiziellen Wechselstuben beträgt der Kurs des Euro zur Zeit (2010) ca. 2100 Sum, auf dem Schwarzmarkt ca. 2600 Sum. In offiziellen Wechselstuben können alle gängigen Währungen getaucht werden, auf dem Schwarzmarkt hat man es mit Währungen jehnseits von Dollar/Euro schwerer.

Das Abheben von Bargeld mittels EC- oder Kreditkarten ist bislang nicht möglich. Hotels müssen fast ausnahmslos in Dollar bezahlt werden, manchmal werden auch Euro akzeptiert. Bezahlt man in Sum, wird der Schwazmarktkurs zu Grunde gelegt, d.h. ein Hotel das mit 50 Euro/Nacht ausgewisen ist kostet 130,000 Sum (nicht 105,000). 

Sprache

Offizielle Landessprache ist Usbekisch (Türkisch). Außerdem wird noch viel Russisch gesprochen. Wenn man auf eigene Faust reist sollte man zumindest Grundkenntnisse in Russisch haben, da man außerhalb von Taschkent mit Englisch oder Deutsch nicht sehr weit kommt. Im Raum Samarkand und Buchara spricht die Bevölkerung auch Tadschikisch (Persisch). Seit Mitte der 1990er Jahre erfolgt der Umstieg vom kyrillischen auf das lateinische Alphabet. De facto sind nun beide Alphabete parallel in Gebrauch.

Anreise und Verkehr

Usbekistan verfügt im Vergleich zu seinen Nachbarn über eine relativ gute Infrastruktur.

  • Flug: Taschkent verfügt über einen internationalen Flughafen. Auch Nukus, Urganch, Samarkand und Buchara werden von Moskau aus angeflogen. Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft Uzbekistan Airways (usbek. Oʻzbekiston havo yoʻllari), welche sowohl Binnenflüge wie auch internationale Flüge, unter anderem nach Frankfurt anbietet. Usbekistan Airways fliegt viermal wöchentlich ab Frankfurt. Die Lufthansa fliegt direkt von München nach Taschkent. Ebenso preiswert kommt man mit Türkish Airlines via Istanbul täglich nach Taschkent. 
  • Inlandflüge: können wesentlich günstiger direkt vor Ort gebucht werden. Allerdings sollte man auf jeden Fall den Flug rückbestätigen lassen, Sitzplatzreservierungen gibt es nicht.
  • Bahn: Bahnverbindungen bestehen unter anderem von Taschkent via Almaty in Kasachstan nach Moskau und damit nach Berlin. Das Schienennetz wurde auf eine Länge von 3.950 km (2007) erweitert. Der Großteil des Schienennetzes ist eingleisig. Seit 2003 verkehrt zwischen Taschkent und Samarkand der Registon mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden und 40 Minuten und seit 2005 der Sharq zwischen Taschkent und Kogon (nahe Buchara) mit einer Fahrtzeit von 7 Stunden. Daneben gibt es noch einen weiteren Zug mit westlichen Standards, den Zug 49/50 als tägliche Tagesrandverbindung Samarkand – Taschkent – Samarkand. 
  • Straße und Auto: Die Länge des Straßennetzes beträgt über 81.600 km, wovon 71.237 km mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (2007). Mit dem Auto gibt es zwei Anreiserouten: Von Mitteleuropa nach Saratow und dann nach Kasachstan hinein bei Oral und weiter über Aktöbe und Kyzylorda nach Schimkent und Taschkent. Alternativ für Abenteuerlustige: bei Vorhandensein eines iranischen und eines turkmenischen Visums kann man auch über Istanbul, Tehran, Mashhad und Aschgabat anreisen. Für den Iran ist ein Carnet de passage notwendig. 
  • Taxi: Man kann für wenig Geld mit dem Taxi quer durch’s Land fahren. Empfehlenswert ist die Strecke Taschkent – Fergana über die Passstraße.

 

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