Jemen
Der Jemen ist ein Staat im Nahen Osten, im Süden der Arabischen Halbinsel. Sanaa ist die Hauptstadt.
Geografie
Jemen ist etwa eineinhalbmal so groß wie Deutschland und grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman, im Süden an den Golf von Aden und das Arabische Meer, im Westen an das Rote Meer. Dschibuti und Eritrea liegen nur wenige Kilometer entfernt jenseits des Roten Meeres. Zum Jemen gehören auch die 3600 km² große Insel Sokotra sowie zahlreiche kleinere Inseln im Bab al-Mandab, im Roten Meer und im Arabischen Meer.
Die zwischen 30 km und 60 km breite, sanft ansteigende Küstenebene wird vor allem im Südwesten durch vorstoßende Gebirgsflanken gegliedert. Die Ebene an der Westküste, die Tihama, wird von Sand- und Kiesflächen beherrscht. Zum Landesinneren hin erhebt sich steil das zerklüftete, im Westen über 3.000 m hohe Randgebirge.
Südwestlich der Hauptstadt Sana’a liegt der Dschabal an-Nabi Shu’aib, mit 3.760 m der höchste Berg des Landes. An das Gebirge schließt sich ein Hochland an mit Durchschnittshöhen von 2.000 m bis 2.500 m. welches von Wadis durchzogen ist. Das bekannteste ist das parallel zur Südküste verlaufende Wadi Hadramaut. Nach Nordosten hin fällt das Hochland in Stufen zur zentralarabischen Sandwüste ab.
Klima und Wetter
Die Inseln und die Küstenebene sind feuchtheiß und insgesamt sehr niederschlagsarm (Aden: Januarmittel 25 °C, Junimittel 33 °C, 40 mm Jahresniederschlag). Hier ist die Luftfeuchte mit 60 %–85 % das ganze Jahr über sehr hoch. Der Niederschlag ist ganzjährig äußerst gering und beträgt meist nur zwischen 25 mm und 150 mm, was mit 5 bis 15 Regentagen im Jahr gleichzusetzen ist. In der Winterhälfte des Jahres ist es sehr warm bei 19 °C–23 °C in der Nacht und 28 °C–31 °C am Tag. Die Sommer werden durch die hohe Luftfeuchte und Tagestemperaturen von 34 °C–38 °C und mehr häufig unerträglich heiß. Dazu sinken die Nachtwerte meist nicht unter 26 °C, oft gibt es sogar Perioden von Tropennächten mit über 30 °C. Die einzige, jedoch sehr seltene Abkühlung im Sommer bringen gelegentliche Ausläufer des indischen Monsuns, die es mit leichten Regenschauern manchmal bis an die jemenitische Südostküste schaffen. An der Westküste bleiben sie gänzlich aus. An den Küsten treten nicht selten Morgennebel auf, den die heißen Sonnenstrahlen jedoch bald lichten. An der Westküste handelt es sich weitgehend um Winternebel, an der Südostküste um Sommernebel.
Das Gebirge nimmt mehr als ein Drittel des Landes ein und wird durch den Hauptgebirgszug des Al-Sarat geprägt. Diese Gebirgsregion kennt viele, sehr dicht besiedelte Becken, die durchwegs auf einer Höhe von 1500 m bis 2500 m liegen. Das Klima zeigt sich hier von einer für die Region sehr milden Seite. Die Winter sind trocken und von hohen Temperaturschwankungen gezeichnet: nächtens kühlt es häufig bis fast auf den Gefrierpunkt ab (0 °C–4 °C), während tagsüber die wärmenden Sonnenstrahlen für angenehme Werte sorgen (22 °C–24 °C). Der Sommer zeigt sich mäßig feucht, was vor allem der Landwirtschaft zu Gute kommt. Im jemenitischen Gebirge werden die höchsten Niederschläge verzeichnet. In manchen Gegenden regnet es an bis zu 50 Tagen im Jahr (200 mm–700 mm), wobei sich der Schwerpunkt der Niederschläge in die Zeit zwischen März und August einordnen lässt. An Regentagen ist es etwas kühler, ansonsten steigen die Tagestemperaturen auf 26 °C–30 °C, in den Nächten bleibt es jedoch bei eher gedämpften Werten von 9 °C–13 °C. Die Luftfeuchte ist ganzjährig mittel und pendelt sich bei etwa 40 % ein.
Das Klima im Hochland ist das ganze Jahr über weitgehend trocken (5 bis 25 Regentage). Die Winter sind mild, aber großen Temperaturschwankungen unterworfen (23–28 °C tagsüber, 0–6 °C nachts), die Sommer relativ heiß mit Tageswerten um 36 °C, denen aber kühle Nächte folgen (10–16 °C). An den Wüstenrändern sind Werte von 45 °C keine Seltenheit. Die Luft ist ganzjährig eher trocken (25–45 %).
Anreise und Verkehr
- Flug: Internationale Flughäfen gibt es in Aden, Sana’a und Taizz.
- Straße: Das Straßennetz im Jemen ist noch im Aufbau begriffen. Nur die größeren Städte sind durch befestigte Straßen (etwa 4.200 km) verbunden; ansonsten gibt es nur Sand- und Schotterpisten (26.000 km).
- Schiff: Die wichtigsten Häfen sind Aden, Hodeida und Al-Mukha (Mokka).
Tourismus
Die Anzahl der Touristen, die 2005 den Jemen besuchten, wurde auf 336.000 geschätzt und ist nun mehr auf ein paar Tausend gesunken. Die Weiterentwicklung des Tourismus wird durch fehlende Infrastruktur, vor allem aber durch die instabile Sicherheitslage erschwert. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland warnt vor dem erheblichen Risiko terroristischer Anschläge und dem ständig hohen Entführungsrisiko sowie den immer wieder aufflammenden Stammeskonflikten und rät von Reisen nach Jemen ausdrücklich ab.
Reiseziele und Sehenswürdigkeiten
- Altstadt von Sanaa: 1988, UNESCO Weltkulturerbe.
- historische Hauptstadt Schibam: Altstadt mit der Stadtmauer, 1982, UNESCO Weltkulturerbe.
- Medina von Zabid: 1993, UNESCO Weltkulturerbe.
- historische Stadt Tarim.
- Ausgrabungen von Baraqish.
- Sokotra-Archipel: 2008, UNESCO Weltnaturerbe.
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