Rentier im finnischen Fjell, Region von Inari Fotograf: Lizenz: CC-by-sa-3.0
Rentier im  finnischen Fjell, Region von Inari

Finnland

Finnland ist ein Staat in Nordeuropa und Mitglied der Europäischen Union. Er grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee. Bei 5,3 Millionen Einwohnern auf einer Fläche nur wenig kleiner als Deutschland gehört Finnland zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas.

Ein großer Teil der Bevölkerung konzentriert sich auf den Süden des Landes mit der Hauptstadt Helsinki. Die beiden offiziellen Landessprachen sind Finnisch und Schwedisch. Die schwedischsprachige Inselgruppe Åland hat einen weitreichenden Autonomiestatus.

Geographie

Die Nord-Süd-Ausdehnung des finnischen Festlandes beträgt 1160 km die längste Ost-West-Distanz 540 km.  Im Westen grenzt Finnland an den Bottnischen Meerbusen, im Süden an den Finnischen Meerbusen.

Das hervorstechendste Merkmal der Landschaft Finnlands ist ihr Seenreichtum, der dem Land auch den Beinamen „Land der tausend Seen“ eingebracht hat. Ein Binnengewässer mit einer Fläche von mindestens 5 Ar gilt als See, so dass das finnische Umweltministerium die Zahl der finnischen Seen auf 187.888 beziffert. 56.000 Seen haben eine Größe von mindestens einem Hektar.

Landschaft

Finnland lässt sich in fünf landschaftliche Großräume einteilen:

  • die Küstenebenen Südfinnlands.
  • die Küstenebenen Österbottens.
  • die Finnische Seenplatte im Landesinneren.
  • das Finnische Hügelland im Osten.
  • Lappland im Norden.

Die Küste Finnlands ist eine reich gegliederte Schärenküste mit einer Gesamtlänge von fast 40.000 km und über 73.000 Inseln mit einer Größe von mindestens 5 Ar. Gemessen an ihrer Anzahl stellen die Inseln des Schärenmeers vor Turku den größten Archipel der Welt dar. Durch die geringe Verdunstung und den steten Süßwasserzufluss ist die Ostsee an der finnischen Küste wesentlich weniger salzig als die Weltmeere. Mit einer Salinität von weniger als 0,3 % ist der nördliche Teil des Bottnischen Meerbusens so brackig, dass sich auch Süßwasserfische in ihm finden.

Die Moränenrücken Salpausselkä im Süden und Suomenselkä im Westen sind die beiden Hauptwasserscheiden des Landes und trennen die Küstengebiete von der Finnischen Seenplatte im Landesinneren. Das moor- und waldreiche Gebiet ist mit seinen ca. 42.200 Seen die größte Seenplatte Europas. Der größte See des Landes ist mit einer Fläche von rund 4.400 km² der stark gegliederte Saimaa-See.

Das Finnische Hügelland erstreckt sich im Osten des Landes von Nordkarelien über Kainuu bis in die südlichen Teile Lapplands. Charakteristisch sind die zahlreichen Anhöhen, von denen sich aber nur einzelne wie der Koli (347 m) in Nordkarelien als Berge von der Umgebung abheben. Im Norden geht das Hügelland in den Großraum Lapplands über.

In Lappland dominieren weitläufige Wald- und Moorlandschaften, aus denen sich baumlose Fjells (tunturi) wie der Pallastunturi (807 m) erheben. Die Gegend um Inari in Nordostlappland hat viele Seen. Im Norden Lapplands steigt die Landschaft zum Skandinavischen Gebirge hin an. An seinem Hauptkamm hat Finnland jedoch nur im äußersten Nordwesten Anteil. Hier liegen auch alle Eintausender des Landes.

Klima und Wetter

Das finnische Klima ist kaltgemäßigt. Die Niederschlagssumme beträgt in Südfinnland 600–700 mm. Im Norden ist sie deutlich niedriger, was aber durch die geringe Verdunstung aufgrund der kühlen Temperaturen kompensiert wird. Der wenigste Niederschlag fällt im ganzen Land im März, der meiste im Juli oder August.

Während die durchschnittliche Jahrestemperatur im Süden 5 °C beträgt, sind es im Norden Finnisch-Lapplands nur noch −2 °C. Dauert der Winter im südwestfinnischen Schärengebiet nur 100 Tage, herrscht er in Lappland bis zu 200 Tage lang. Im kältesten Monat, dem Januar oder Februar, liegt die Durchschnittstemperatur zwischen −4 und −14 °C.

Eine bleibende Schneedecke fällt meist zwischen Ende Oktober und Anfang Januar. Sie entwickelt eine Dicke von 20–30 cm im Süden bzw. 60–90 cm im Osten und Norden und schmilzt zwischen Ende März und Ende Mai. Die Seen frieren zwischen November und Dezember zu und tauen oft erst zwischen Mai und Juni wieder auf. In kalten Wintern können der Bottnische und der Finnische Meerbusen fast vollständig zufrieren und müssen mit Eisbrechern freigehalten werden.

Der Sommer dauert in Südfinnland von Ende Mai bis Mitte September, in Lappland beginnt er einen Monat später und endet einen Monat früher. Die Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südfinnland sind im Sommer bei Durchschnittstemperaturen zwischen 12 und 17 °C im Juli weniger stark ausgeprägt. In Süd- und Mittelfinnland gibt es zwischen 10 und 15 Sommertage, an denen die Temperatur über 25 °C steigt, im Norden und an den Küsten sind es 5–10.

Nördlich des Polarkreises scheint im Sommer die Mitternachtssonne, im Winter herrscht die Polarnacht. Zur Zeit der Sommersonnenwende wird es selbst im Süden des Landes nicht vollkommen dunkel (sogenannte „weiße Nächte“), in Utsjoki an der Nordspitze Finnlands geht die Sonne 73 Tage lang gar nicht unter. Vor allem im Norden erscheinen im Winter Polarlichter.

Tourismus

Der Tourismus hat in Finnland besonders seit den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2006 verzeichneten die Beherbergungsbetriebe Finnlands 14.519.605 Übernachtungen und damit einen Anstieg von 5,7 % gegenüber dem Vorjahr. Gut ein Viertel der Übernachtungen entfielen auf die Provinz Uusimaa mit der Region Helsinki. Rund ein Viertel der Gäste besuchen Finnland aus dem Ausland. Die größte Gruppe machten 2006 mit knapp 600.000 Übernachtungen erstmals Gäste aus Russland aus, deren Übernachtungszahlen gegenüber dem Vorjahr um 34 % anstiegen. Gefolgt werden sie von den Touristen aus Schweden, Deutschland und Großbritannien.

Reiseziele

  • Lappland: Die bevölkerungsarme Provinz Lappland kam auf gut 1,5 Millionen Übernachtungen. Für die strukturschwache Region stellt der Tourismus heute eine bedeutende wirtschaftliche Perspektive dar. Die meisten Gäste kommen in den Wintermonaten und besuchen eines der 13 Wintersportzentren wie Ruka, Levi oder Ylläs.
  • In den anderen ländlichen Gegenden konzentriert sich der Tourismus dagegen auf den Sommer und hat seine Spitze im Juli, wenn Gäste ihren Urlaub in einem Sommerhaus (mökki) an einem der tausenden Seen Finnlands verbringen.
  • Helsinki
  • Finnische Seenplatte
  • Archipelago bei Turku

Sehenswürdigkeiten

  • Stadt Rauma: seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Helsinki, Festung Suomenlinna: seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Alte Kirche von Petäjävesi: seit 1994, UNESCO Weltkulturerbe.
  • Historische Kartonfabrik von Verla: seit 1996 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Friedhof von Sammallahdenmäki mit Grabstätten aus der Bronzezeit: seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Kvarken-Archipel (als Erweiterung von Höga Kusten / Schweden aufgenommen): seit 2006 UNESCO Weltnaturerbe.

Anreise und Verkehr

Straße

Im Verhältnis zur geringen Bevölkerungsdichte des Landes ist das finnische Straßennetz gut ausgebaut. Das Landstraßennetz umfasst insgesamt 78.189 km, wovon aber nur 65 % befestigt sind.

In den Schärengebieten vor der Küste Finnlands unterhält die Straßenverwaltung 43 kostenfreie Fährstrecken mit Längen zwischen 169 m und 9,5 km. Im Winter werden offizielle Eisstraßen über die zugefrorenen Seen eingerichtet.

Das Tempolimit liegt außerorts bei 80, auf Autostraßen bei 100 und auf Autobahnen bei 120 km/h. Auch tagsüber muss mit Abblendlicht gefahren werden. Im Winter sind Winterreifen Vorschrift, Reifen mit Spikes sind dabei erlaubt und werden mehrheitlich verwendet.

Bus

Fast jeden Ort kann man auch mit dem Bus erreichen. In Finnland operierende Busunternehmen sind unter anderen Connex, Länsilinjat, Paunu, Pohjolan Liikenne und Savonlinja. Die Überlandlinien werden von verschiedenen im Matkahuolto-Verbund zusammenarbeitenden Busunternehmen unter der Marke Expressbus betrieben.

Bahn

Das finnische Eisenbahnnetz ist bei einer Gesamtlänge von 5.741 Schienenkilometern eher weitmaschig. Bis auf die wenigen Hauptverkehrsachsen sind die Strecken zumeist nur eingleisig ausgebaut, nur knapp die Hälfte des Gesamtnetzes ist elektrifiziert. Die größten Städte werden mit dem bis zu 220 km/h schnellen Hochgeschwindigkeitszug S220 (Pendolino) bedient. Nachtreisezüge und Autoreisezüge verbinden die großen Ballungsräume des Südens mit den nördlichen Regionen des Landes.

Internationale Passagierverbindungen gibt es nur nach Russland. Die Strecke von Helsinki nach St. Petersburg wird in den nächsten Jahren zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgebaut werden. 

Flug

Ein dichtes Inlandsflugnetz bedient die größeren Orte, aber auch abgelegene Winkel in Lappland. Von den mehr als 150 Flughäfen und Flugplätzen in Finnland werden derzeit 22 regelmäßig von Linienfluggesellschaften angeflogen.

Das mit Abstand meistfrequentierte Luftfahrt-Drehkreuz des internationalen wie des nationalen Flugverkehrs ist der Flughafen Helsinki-Vantaa. Die nationale finnische Fluggesellschaft (Flagcarrier) ist die 1923 gegründete Finnair. Weitere Fluggesellschaften sind Air Finland, Blue1 und Finncomm Airlines.

Den Flugverkehr zum Flughafen Mariehamn auf Åland betreiben die Air Åland und Turku Air.
  

Unterkunft Finnland

Ferienhaus

Ein Mökki (finn. mökki „Hütte“) ist ein typisch finnisches Ferienhaus. Es ist in der Regel aus Holz gebaut und mit einer Sauna ausgestattet. Traditionelle Mökkis sind in Blockbauweise gebaut, sehr einfach und entbehren jeglichen Komforts. Sie werden meist nur im Sommer bewohnt. Heutzutage werden jedoch auch luxuriöse Mökkis gebaut, die das ganze Jahr bewohnbar sind. Ein Mökki dient den Finnen zur Erholung, vor allem am Wochenende und in den Sommerferien. Mökkis sind meist in genügend großem Abstand zum Nachbarn errichtet. Die Hütten stehen meistens am Ufer eines Sees.

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  • Åland (finnisch Ahvenanmaa) ist eine mit weitgehender Autonomie ausgestattete Provinz Finnlands. Sie besteht aus der gleichnamigen Inselgruppe in der nördlichen Ostsee am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und dem finnischen Festland.

    Flagge Ålands
  • Lappland (finnisch Lappi, schwedisch Lappland) ist die nördlichste Landschaft Finnlands. Mit einer Fläche von fast 100.000 Quadratkilometern bei einer Bevölkerungsdichte von zwei Einwohnern pro Quadratkilometer ist sie die mit Abstand am dünnsten besiedelte Reiseregion Finnlands. Der Verwaltungssitz und die größte Stadt ist Rovaniemi. Die Urbevölkerung Lapplands, das Volk der Samen, stellt nur noch eine kleine Minorität dar mit besonderen Minderheitenrechten.

    Wald- und Seenlandschaft bei Salla in Südostlappland
  • Der Urho-Kekkonen-Nationalpark ist ein Nationalpark im Norden Finnlands. Er wurde 1983 gegründet und ist nach dem langjährigen finnischen Präsidenten Urho Kekkonen benannt. Die Aufgabe des von der finnischen Forstbehörde Metsähallitus verwalteten Nationalparks ist es, die Natur Lapplands zu schützen und die traditionellen Erwerbszweige der Region wie die Rentierzucht zu erhalten.

    Paratiisikuru Tal im Orho-Kekkonen-Nationalpark
  • Saariselkä (finnisch für Inselrücken, nordsamisch Suoločielgi) ist der Name eines Wintersportortes und eines Fjellgebiets im finnischen Teil Lapplands.

    Das Dorf Saariselkä
  • Der Lemmenjoki-Nationalpark ist ein Nationalpark im Norden Finnlands. Er liegt in der Provinz Lappland an der Grenze zu Norwegen größtenteils im Gebiet der Gemeinde Inari, zu einem kleineren Teil in Kittilä. Seinen Namen gibt dem Nationalpark der Fluss Lemmenjoki. Heute ist er mit 2.850 km² (mehr als die Fläche Luxemburgs) der größte Nationalpark Finnlands. Auf norwegischer Seite setzt sich der Nationalpark Øvre Anarjokka fort.

    Fahrt auf dem Lemmenjoki-Fluss
  • Helsinki ist die Hauptstadt von Finnland und mit 568.000 Einwohnern die größte Stadt Finnlands und bildet das Zentrum der „Hauptstadtregion“, eines Ballungsraumes mit rund einer Million Einwohnern. Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche, geistige, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum Finnlands. Helsinki hat 6,2 % schwedischsprachige Einwohner und ist offiziell zweisprachig.

    Dom von Helsinki
  • Porvoo (schwedisch Borgå) ist eine Stadt und Bischofssitz am Finnischen Meerbusen im Süden Finnlands. Porvoo ist zweisprachig, 64 Prozent der Einwohner sprechen Finnisch, 33 Prozent sind schwedischsprachig.

    Rathausplatz in Porvoo
  • Rovaniemi ist die Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland, liegt am Zusammenfluss von Ounasjoki und Kemijoki und in direkter Nähe des Polarkreises. Das Tor zum Norden ist nicht nur wichtiges Einkaufszentrum für die Siedlungen der Umgebung, sondern auch ein touristisch attraktives Reiseziel. Rovaniemi ist Sitz der Kammer des Weihnachtsmannes, der im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis sogar sein eigenes Postamt besitzt.

    Stadtzentrum von Rovaniemi
  • Suomenlinna (ehemals Viapori, schwed. Sveaborg) ist eine Festung, die auf einigen Inseln vor dem Hafen von Helsinki in Finnland liegt. Sie steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele für Touristen wie Einheimische, die es auch das Gibraltar des Nordens nennen.

    Die Inseln werden heute noch von etwa 950 Menschen bewohnt und sind zudem Arbeitsplatz von 300 Personen. Neben einigen Museen befindet sich auf den Inseln auch die Marineschule des finnischen Militärs.

    Suomenlinna bei Helsinki
  • Levi ist der zweitgrößte Wintersportort Finnlands. Es liegt in der Gemeinde Kittilä in Lappland.

    Das Levi-Fjell reicht bis zu einer Höhe von 530 m über dem Meeresspiegel. Es gibt 26 Skilifte und 48 Loipen, davon 15 beleuchtet. Die einzige Gondelbahn Finnlands befindet sich in Levi. Levi ist ganzjährig Ausgangspunkt zahlreicher touristischer Aktivitäten in Lappland.

     

    Skipiste in Levi, Kittilä
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