Schwarzstorch (Ciconia nigra) am Plattensee Fotograf: Lizenz: CC-by-sa-3.0
Schwarzstorch (Ciconia nigra) am Plattensee

Plattensee (Balaton)

Der Balaton (deutsch Plattensee) liegt in Westungarn, ist der größte See West- und Mitteleuropas und neben dem Neusiedler See im Burgenland der bedeutendste Steppensee Mitteleuropas. Der See ist 79 km lang und im Mittel 7,8 km breit.

Durch die Halbinsel Tihany wird er in der Mitte auf 1,3 km eingeschnürt. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 3,25 m, die maximale Tiefe 12,5 m. Diese geringe Tiefe erleichtert die Durchwärmung, im Sommer steigt die Wassertemperatur auf bis über 30 °C. Das Südufer des Sees ist flach, das Nordufer wird von den Weinbergen des Badacsony und den Ausläufern des Bakony gesäumt.

Wirtschaftliche Bedeutung haben der Weinanbau und der Fischfang.

Klima und Wetter

Der Balaton liegt im Bereich des gemäßigten Kontinentalklimas und hat im Jahr durchschnittlich 2.000 Sonnenstunden. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit Tagestemperaturen um 28 °C und in der Nacht um 17 °C. Der Juni ist am sonnenreichsten, zehn Sonnenstunden pro Tag. August und September sind die niederschlagsärmsten Monate mit sechs Regentagen im Schnitt.

Der Landeswetterdienst betreibt in Siófok ein Vorwarnobservatorium. In der Touristensaison vom 1. Mai bis zum 30. September werden Sturmwarnungen ausgegeben, gestaffelt in zwei Stufen, die an 24 Punkten um den See durch verschiedene Abfolgen von Leuchtsignalen mitgeteilt werden.

Reisezeit

Die Saison endet mit dem Nationalfeiertag um den 20. August, dann wird alles ruhiger und ab Ende September wird es um den See sehr ruhig.

Anreise

  • Bahn: 1861 wurde am Südufer eine Bahnlinie erbaut, um Budapest mit dem österreichischen Seehafen in Triest zu verbinden. 1909 wurde die nördliche Bahnlinie eröffnet. Jeder Ort am Balaton ist mit dem Zug zu erreichen. Im lokalen Verkehr sind die meisten Züge mit Fahrradabteilen ausgestattet.
  • Flug: Am westlichen Ende des Balaton liegt der Flughafen Balaton in Sármellék. Er liegt 11 km von Hévíz entfernt, westlich des Plattensees. Der Betrieb als Flughafen für den Tourismus ist derzeit bis auf weiteres eingestellt.

Tourismus

Der Balaton ist für den Tourismus sehr gut erschlossen. 2004 wurde rund eine Million Touristen mit 4,3 Mio. Übernachtungen in der Region um den Balaton gezählt. Dies ist der größte Anteil am gesamten Tourismus Ungarns. Der Anteil deutscher Gäste am betrug 21,3 Prozent, die Hälfte aller ausländischen Touristen. Um den See herum gibt es viele touristisches Angebote, die gut ohne Auto zu erreichen sind, da regelmäßig Busse und Bahnen fahren. Die Strände, die Heilbäder und Thermalquellen um den See ziehen Badetouristen an. Bekannte Ferienorte sind Révfülöp, Tihany, Balatonfüred, Siófok, Balatonlelle

Sehenswürdigkeiten

  • Nationalpark Balaton-Oberland: Der Nationalpark wurde 1997 auf einer Fläche von 56.000 ha gegründet. Er liegt am Nordufer der Halbinsel Tihany und erstreckt sich bis zum Süd-Westufer zum Moor des Kis-Balaton (Kleiner Plattensee). Viele seltene Pflanzen und Tiere und die geologischen Formationen stehen unter Naturschutz. Landschaftlich ist er vielfältig.  Eine Besonderheit sind die Geysirkegel aus der Zeit des aktiven Vulkanismus und  die Steinmeere des Káler Beckens. Im Keszthely-Gebirge wachsen seltene Pflanzenarten.
  • Das Sumpfgebiet des Kleinen Plattensees ist ein Vogelreservat und ein Büffelreservat.Vom 18.000 Hektar großen naturgeschützten Gesamtgebiet des Kis-Balatons sind über 1400 Hektar besonders geschützt. Dieses Gebiet darf nur unter fachlicher Touren-Begleitung begangen werden. Der Parkwald (Vörsi Parkerdő) mit der Kis-Balaton-Insel Mariaasszony bei Vörs, die Milanenburg-Insel (Kányavár sziget) und das Büffelreservat (Bivaly reservatum) bei Balatonmagyaród sind frei besuchbar.

Aktivitäten

  • Angeln: Karpfen, Hecht, Wels und Zander sind außerhalb der Schonzeiten fischbar. Insgesamt leben im Balaton 50 Fischarten. Rund um den See ist der Angelsport von Stegen und Charterbooten möglich, wenn Angelkarten erworben wurden.  Die Berufsfischerei führte zu einem starken Rückgang der Fischbestände, insbesondere des Spiegelkarpfen.
  • Segeln: Der Plattensee ist das wichtigste touristische Gebiet des Segelsports in Ungarn, mit zahlreich gut ausgerüsteten Häfen und Yachtclubs. Yachten kann man am See chartern, allerdings existieren nur wenige Segelschulen und Vermieter, bei denen Segelboote ausgeliehen werden können. Ausnahme ist der Jollen-Verleih auf der Halbinsel. Boote mit Verbrennungsmotor sind verboten, nur Ein- und Ausfahren in und aus Hafenanlagen sind für Segelboote mit Hilfsmotor erlaubt, auch bei einer Windstärke unter einem Beaufort ist Motornutzung erlaubt.
  • Surfen: 3 bis 4 Windstärken im Jahresmittel machen den Balaton zum Surfrevier. April, Mai, September und Oktober sind die windreichsten Monate, Juli und August die windschwächeren Monate und somit auch für Anfänger geeignet. Die wenigen Surfschulen und Verleihe sind länger als 2 Monate geöffnet.
  • Fahrrad: Seit 2004 gibt es den 200 km langen Fahrrad Rundweg um den See (Balatoni-Körút), und in allen größeren Orten werden organisierte Radtouren inkl. Fahrrad- und Helmverleih angeboten. Da die meisten Züge Radabteile besitzen und auf den Schiffen die Mitnahme erlaubt ist, sind Tagestouren möglich.

Baden

Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Badetourismus am Balaton, mit der Nutzung von Mai bis in den Spätherbst, besonders das Südufer ist geeignet. Hier ist das Wasser noch 200 bis 300 Meter vom Ufer entfernt weniger als einen Meter tief. Das Wasser des Binnensees ist seidig, da es schwach alkalisch ist. Das Nationale Ministerium für Umweltschutz und Wasserwesen prüft regelmäßig die Wasserqualität, die fast überall sehr gut ist. Das Baden für Hunde ist verboten.

Viele Badestellen am See kosten Eintritt, aber nur bis 18 Uhr (Kassenzeit 8 - 18 Uhr), danach werden die Kassenhäuser geschlossen und man kann kostenlos baden, aber abends kommen häufig Mücken.

Im Norden gibt es bis auf wenige Ausnahmen keinen Sandstrand. Oft reichen Uferwiesen bis zu einer Betonkante, von der eine Treppe in den See führt oder man gelangt über einen schmalen, angespülten Kiesstreifen in den See.  Bei Badestellen mit einem Sandstrand handelt es sich meistens um künstlich aufgeschütteten Sand (z.B. in Gyenesdiás). Dort finden dann auch Strandaktivitäten wie Beach-Volleyball u.ä. statt.

Am Südufer befinden sich mit Siófok und Balatonlelle zwei der beliebtesten Ferienorte. Hier sind die Strände sehr flach, so dass man mehrere hundert Meter in den Balaton laufen kann. Die Strände sind meist Liegewiesen, in Balatonlelle und Siofok gibt es einen Sandstrand.  In Balatonboglar befindet sich mit dem Plátan Strand der größte Rasenstrand am Balaton.

Quelle: Wikipedia Wikivoyage Lizenz: CC-by-sa-3.0

Alpha.png