Bolivien

Bolivien benannt nach Simón Bolívar ist ein Binnenstaat in Südamerika und grenzt im Westen an Peru und Chile, im Süden an Argentinien und Paraguay, im Osten und Norden an Brasilien. Hauptstadt ist Sucre, Regierungssitz La Paz.

Der Tourismus hat in den letzten Jahren zwar einen hohen Zuwachs erfahren, ist aber trotzdem nur von untergeordneter Bedeutung. Im Jahr 2004 kamen gerade einmal 367.000 ausländische Besucher ins Land. Die Einheimischen reisen wegen der schlechten Wirtschaftslage eher wenig, Massentourismus gibt es also kaum. Die Preise sind vor allem für Europäer sehr niedrig. In den höher gelegenen Gebieten, besonders im Westen des Landes, kann man Probleme mit der Höhenkrankheit bekommen (Sorojchi). Empfohlen wird ein Coca-Mate-Tee oder die sogenannte Sorojchi-Pill (eine Art Pastille). Auch sollte man schwere Speisen und Alkohol meiden.

Geografie und Landschaft

Bolivien wird von zwei großen und weit auseinander liegenden Ketten der Anden durchzogen, deren Höhe bis über 6.500 m reicht. Dazwischen liegt das zentrale Hochland, das 3.000 bis 4.000 m hohe Altiplano. Dieses bis weit in das Nachbarland Peru reichende und im Süden den Nordwesten von Argentinien einschließende Gebiet ist das eigentliche Kernland, in dem rund 80 Prozent aller Bolivianer leben, obwohl es nur etwa ein Drittel der Fläche Boliviens ausmacht. Zwischen dem Ostabhang der Anden und dem Ostbolivianischen Bergland erstrecken sich die Yungas in einer Höhe zwischen 1.200 und 1.800 m.

Der flächenmäßig größte Teil Boliviens sind die Llanos, die sich vom ostbolivianischen Bergland bis an die Grenzen nach Brasilien und Paraguay erstrecken. Dieses nur äußerst dünn besiedelte tropisch-heiße Tiefland untergliedert sich in die trockenen Savannen des Gran Chaco und die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens.

Inmitten des Altiplano liegt der Titicaca-See, der höchstgelegene, kommerziell schiffbare See der Erde. Durch dessen Mitte verläuft die Grenze zum Nachbarland Peru. Der Salar de Uyuni ist mit einer Fläche von 12.000 km² der weltweit größte Salzsee.

Klima und Wetter

Das Klima in Bolivien ist, bedingt durch die enormen Höhenunterschiede, sehr vielfältig.

Auf dem Altiplano rund um den Titicaca See (etwa 150 km) und den Poopó See (etwa 55 km) ein gemäßigtes Höhenklima mit relativ geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und mittelgroßen Tag- und Nachttemperaturschwankungen sowie einer mittleren Luftfeuchtigkeit.

Auf dem übrigen Altiplano ein im Gesamtdurchschnitt kühl-gemäßigtes Höhenklima mit mittleren jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und starken Tag- und Nachttemperaturschwankungen sowie allgemein einer sehr geringen mittleren Luftfeuchtigkeit.

Am Ostabfall der Anden ein warm gemäßigtes bis subtropisches Klima mit einer geringen jahreszeitlichen Temperaturamplitude und einer mittleren Tag-Nacht-Temperaturamplitude bei einer größtenteils hohen Luftfeuchtigkeit.

Im Tiefland im Gran Chaco ein Savannenklima mit relativ großen jahreszeitlichen und großen Tag- und Nacht-Temperaturunterschieden sowie im Durchschnitt einer geringen Luftfeuchtigkeit.

Im Tiefland im Regenwald ein größtenteils tropisches Klima.

Reiseziele und Sehenswürdigkeiten

Die meisten Touristen reisen in die Hauptstadt, an den Titicacasee und zum Salar de Uyuni. Nur etwa 10 % der Touristen entfallen auf die weite Ebene des Amazonasbeckens mit ihren 21 bolivianischen Nationalparks. Dazu zählt der Nationalpark Noel Kempff Mercado, seit dem Jahr 2000 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Die landschaftliche Schönheit des Altiplanos, aber auch der Amazonasregion, werden von immer mehr Ausländern geschätzt. 

  • Potosí: Stadt mit prachtvollen Bauten aus der goldenen Zeit der Stadt und Silberminen, seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Jesuitenmissionen der Chiquitos, seit 1990 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Sucre: Hauptstadt, Altstadt mit kolonialen Bauen, seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Samaipata: Vorkolumbianische Festung, seit 1998 UNESCO Weltkulturerbe.
  • Nationalpark Noel Kempff Mercado: Nationalpark im Amazonasgebiet, seit 2000 UNESCO Weltnaturerbe.
  • La Paz: Regierungssitz.
  • Titicacasee: mit seinen „heiligen Inseln“ (Sonnen- und Mondinsel).
  • Amazonasregion um Rurrenabaque.
  • Salar de Uyuni: größter Salzsee Amerikas.
  • Tupiza: eine in einer vielfarbigen Gebirgslandschaft gelegene Kleinstadt im Süden.
  • Tiahuanaco: das religiöse und administrative Zentrum einer präkolumbischen Kultur mit vorkolumbianischen Ruinen, seit 2000 UNESCO Weltkulturerbe.

Anreise und Verkehr

  • Flug: Wichtigste Flughäfen unter den 37 bolivianischen Flughäfen sind die von La Paz, Santa Cruz und Cochabamba. Geplant ist ein großer internationaler Flughafen in Sucre.
  • Bahn: Das Eisenbahnnetz des Landes umfasst 3.700 km eingleisige Strecken in Meterspur. Das Schienennetz ist zweigeteilt und gehört zwei Firmen:
    • Empresa Ferroviaria Andina (FCA) auf dem Altiplano mit einem Schienennetz von 2.276 km
    • Ferroviaria Oriental S.A.(FOSA) im bolivianischen Tiefland mit 1.244 km und Santa Cruz als Drehscheibe.
  • Straße: 85 % des gesamten Waren- und Personenverkehrs des Landes spielen sich auf dem zu zwei Dritteln unbefestigten Straßennetz Boliviens ab. Bis 2001 waren nur 5 % der Straßen asphaltiert oder betoniert und die restlichen Straßen geschottert. Mittlerweile gibt es Bemühungen, die Straßensituation zu verbessern. Unter anderem die Strecke La Paz - Cochabamba ist vollständig asphaltiert.
      

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  • Sol de Mañana (deutsch: die Morgensonne) ist ein etwa 2 km² großer Bereich im Departamento Potosí südlich von Laguna Colorada, jedoch ausserhalb des Nationalparks, auf dem Weg Richtung Salar de Chalviri auf einer Höhe von 4.850 Meter über dem Meeresspiegel. Dieses Gebiet zeichnet sich durch intensive vulkanische Aktivität und Fumarolen (Geysire) aus. In den Kratern der Region kann man Lava brodeln sehen. Die Fumarolen (Geysire) emittieren Dämpfe gemischt mit Wasser und heißem Dampf bis in Höhen von 10 bis 50 Meter. 

  • Als Ensemble Jesuitenmissionen der Chiquitos ernannte die UNESCO 1990 sechs Städte im Departamento Santa Cruz im Osten Boliviens zum Weltkulturerbe:

  • Das bolivianische Departamento Santa Cruz liegt im Osten Boliviens. Es hat eine Fläche von 370.621 km² und 2.029.471 Einwohner (2001). Die Hauptstadt ist Santa Cruz de la Sierra.

  • Das Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa ist mit mindestens 30.000 Besuchern pro Jahr der meistbesuchte Nationalpark in Bolivien.

  • Das Departamento Potosí liegt im Südwesten Boliviens und weist eine Fläche von 118.218 km² auf, auf der 709.013 Einwohner (2001) leben. Es ist hauptsächlich gebirgiges Ödland, mit einer weiten Hochebene im Westen. In dieser liegt der Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt.

     

  • Der Salar de Uyuni (auch: Salar de Tunupa) ist mit 160 km Länge und 135 km Breite der größte Salzsee der Welt.

  • Siloli ist eine Wüste im Südwesten Boliviens im Altiplano im Departamento Potosí. 

    Aufgrund der Erosion durch Winde sind im Laufe der Zeit teils bizzare Felsformationen entstanden, wie z. B. der Árbol de Piedra. Rund um den Árbol de Piedra befinden sich weitere markante Felsformationen in nächster Nähe.

    Eine weitere Sehenswürdigkeit ist z. B. der 5.700 m hohe Vulkan Apagado. In den naheliegenden Lagunen können Andenflamingos beobachtet werden. Südlich der Siloli befindet sich das Naturreservat Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa.
      

  • Die Stadt Uyuni liegt im südlichen Teil des bolivianischen Altiplanos im Departamento Potosí und hat etwa 12.000 Einwohner. Ihre relative Bekanntheit verdankt sie dem nahegelegenen Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Welt.

  • Tupiza ist zentraler Ort des Landkreises Tupiza und Hauptstadt der Provinz Sur Chichas.

  • Samaipata ist eine Landstadt im Departamento Santa Cruz.

  • El Fuerte de Samaipata (spanisch: Festung von Samaipata) ist eine Ruinenstätte der Inkakultur in Bolivien. Sie ist seit 1998 als Weltkulturerbe der UNESCO geschützt.

  • Die Laguna Colorada ist ein flacher (durchschnittlich 0,5 m und am tiefsten Punkt 1,5 m tief) 60 km² großer See im Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa. Die Laguna Colorada ist sehr abgelegen und daher nur über Jeep-Touren aus Uyuni oder San Pedro de Atacama erreichbar.

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