Indien
Indien ist ein Staat in Südasien, der den größten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Hauptstadt ist Neu-Delhi.
Der Himalaya bildet die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, die chinesische autonome Region Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven.
Die vielfältige und auf teilweise jahrtausendealte Traditionen zurückblickende Kultur Indiens ist das Ergebnis seiner Stellung als Treffpunkt und Ursprungsort verschiedener Kulturen, Völker, Religionen und Ideen, die sich in vielen Bereichen gegenseitig beeinflusst haben, ihre Eigenständigkeit aber bewahren konnten. Indien ist ein Vielvölkerstaat und mit 1.129.866.000 Einwohnern (2007) das zweitbevölkerungsreichste Land und der bevölkerungsreichste demokratische Staat der Erde.
Geografie
Indien, ist der siebtgrößte Staat der Erde, erstreckt sich in West-Ost-Richtung über rund 3.000 Kilometer. Von Nord nach Süd beträgt die Ausdehnung 3.200 Kilometer.
Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, das im äußersten Nordwesten durch das Hochtal des Indus vom Karakorum getrennt wird. Südlich an den Himalaya schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Ganges und Brahmaputra an. Die Nordostregion wird durch das bis zu 3.800 Meter hohe Patkai- oder Purvachalgebirge von Myanmar sowie das knapp 2.000 Meter hohe Khasigebirge von Bangladesch abgeschirmt. Im Westen geht das Stromland des Ganges in die Wüste Thar über, die im Osten und Süden vom Aravalligebirge begrenzt wird. Südlich davon liegen die Sümpfe des Rann von Kachchh sowie die Halbinsel Kathiawar.
Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der indischen Halbinsel ein. Das Vindhya- und das Satpuragebirge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2.700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über.
Zu Indien gehören außerdem drei Inselgruppen. Rund 300 Kilometer westlich der Malabarküste liegen die Korallenatolle von Lakshadweep, das die Inselgruppen der Lakkadiven und Amindiven sowie die Insel Minicoy umfasst. Südöstlich der Halbinsel, zwischen 1.000 und 1.600 Kilometer vom indischen Festland entfernt, erstrecken sich die Andamanen und Nikobaren.
Klima und Wetter
Mit Ausnahme der Bergregionen herrscht in Nord- und Zentralindien eon subtropisches Kontinentalklima, im Süden und in den Küstengebieten dagegen ein stärker maritim geprägtes tropisches Klima. So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen auf. Während in den nördlichen Tiefebenen im Dezember und Januar nur 10 bis 15 Grad Celsius herrschen, sind in der heißesten Zeit zwischen April und Juni Höchsttemperaturen von 40 bis über 50 Grad Celsius möglich. Im Süden ist es dagegen ganzjährig heiß.
Die Niederschlagsverhältnisse werden im ganzen Land maßgeblich vom Indischen Monsun beeinflusst. Der Südwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober ergiebige Niederschläge. Auf Grund der unterschiedlichen Topographie ist die Niederschlagsverteilung höchst ungleichmäßig. Die stärksten Regengüsse gehen an der Westküste, in den Westghats, an den Hängen des Himalayas und in Nordostindien nieder. Am trockensten ist es in der Wüste Thar. Die aus Zentralasien kommenden Nordost- oder Wintermonsunwinde zwischen Oktober und Juni bringen kaum Feuchtigkeit, daher entfallen in den meisten Gegenden 80 bis über 90 Prozent der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge auf die Sommermonate. Lediglich der Südosten erhält auch während des Nordostmonsuns Regen, da die Luftströmungen über dem Golf von Bengalen Feuchtigkeit aufnehmen.
Tourismus
Der Fremdenverkehr hat sich zu einem der wichtigsten Devisenbringer Indiens entwickelt. 2005 verzeichnete Indien 3,9 Millionen ausländischen Besucher. Darunter sind allerdings auch viele Ausländer indischer Herkunft, die vor allem in Nordamerika und Großbritannien leben und ihren Verwandten in Indien regelmäßig besuchen. Nichtsdestoweniger erzielte der Fremdenverkehrssektor 2005 Einnahmen von 5,7 Milliarden US-Dollar.
Reiseziele und Sehenswürdigkeiten
Die mit Abstand meistbesuchte Touristenattraktion ist das Taj Mahal in Agra. Weitere beliebte Ziele sind Rajasthan, Delhi, Goa und Kerala. Neben dem Kultur-, Strand- und Naturtourismus gewinnen auch Abenteuerurlaub wie Trekking oder Rafting und Gesundheitstourismus (Ayurveda) an Bedeutung.
- Felsentempel von Ajanta, 1983, UNESCO Weltkulturerbe
- Höhlentempel Ellora, 1983, UNESCO Weltkulturerbe
- Rotes Fort von Agra, 1983, UNESCO Weltkulturerbe
- Taj Mahal, 1983, UNESCO Weltkulturerbe
- Sonnentempel von Konark, 1984, UNESCO Weltkulturerbe
- Tempelbezirk von Mahabalipuram, 1985, UNESCO Weltkulturerbe
- Kaziranga-Nationalpark, 1985, UNESCO Weltnaturerbe
- (R) Manas-Nationalpark, 1985, UNESCO Weltnaturerbe
- Keoladeo-Nationalpark, 1985, UNESCO Weltnaturerbe
- Kirchen und Klöster von Goa, 1986, UNESCO Weltkulturerbe
- Tempelbezirk von Khajuraho, 1986, UNESCO Weltkulturerbe
- Tempelbezirk von Hampi, 1986, UNESCO Weltkulturerbe
- Moghulstadt Fatehpur Sikri, 1986, UNESCO Weltkulturerbe
- Tempelanlage von Pattadakal, 1987, UNESCO Weltkulturerbe
- Höhlen von Elephanta, 1987, UNESCO Weltkulturerbe
- Große Tempel der Chola-Dynastie (Brihadisvara-Tempel in Thanjavur, 2004 erweitert um Brihadishvara-Tempel in Gangaikonda Cholapuram und Airavatesvara-Tempel in Darasuram), 1987, UNESCO Weltkulturerbe
- Nationalpark Sundarbans, 1987, UNESCO Weltnaturerbe
- Nationalpark Nanda Devi und Nationalpark Tal der Blumen (2005 erweitert), 1988, UNESCO Weltnaturerbe
- Buddhistisches Heiligtum bei Sanchi, 1989, UNESCO Weltkulturerbe
- Humayun-Mausoleum in Delhi, 1993, UNESCO Weltkulturerbe
- Kutab Minar mit seinen Moscheen und Grabbauten in Delhi (Qutb-Komplex), 1993, UNESCO Weltkulturerbe
- Gebirgseisenbahnen in Indien (Darjeeling Himalayan Railway, 2005 erweitert um Nilgiri Mountain Railway, 2008 erweitert um Kalka-Shimla Railway), 1999, UNESCO Weltkulturerbe
- Mahabodhi-Tempel von Bodhgaya, 2002, UNESCO Weltkulturerbe
- Felshöhlen von Bhimbetka, 2003, UNESCO Weltkulturerbe
- Archäologischer Park Champaner-Pavagadh, 2004, UNESCO Weltkulturerbe
- Chhatrapati Shivaji Terminus in Mumbai, 2004, UNESCO Weltkulturerbe
- Rotes Fort in Delhi, 2007, UNESCO Weltkulturerbe
- Historische Sternwarten Jantar Mantar in Jaipur, 2010, UNESCO Weltkulturerbe
Regionen
Indien ist in 28 Bundesstaaten (engl. States) und 7 Unionsterritorien (engl. Union Territories) gegliedert, die sich in insgesamt über 600 Distrikte (engl. Districts) unterteilen.
Nordindien
- CH Chandigarh (Unionsterritorium)
- DL Delhi (Unionsterritorium)
- HR Haryana
- HP Himachal Pradesh
- JK Jammu und Kashmir
- PB Punjab
- RJ Rajasthan
- UA Uttarakhand
- UP Uttar Pradesh
Ostindien
- AN Andamanen und Nikobaren (Unionsterritorium)
- JH Jharkhand
- MN Manipur
- ML Meghalaya
- MZ Mizoram
- NL Nagaland
- SK Sikkim
- TR Tripura
- WB Westbengalen (West Bengal)
Südindien
- AP Andhra Pradesh
- AR Arunachal Pradesh
- AS Assam
- BR Bihar
- KA Karnataka
- KL Kerala
- LD Lakshadweep (Unionsterritorium)
- PY Puducherry (früher Pondicherry, Unionsterritorium)
- TN Tamil Nadu
Westindien
- CG Chhattisgarh
- DN Dadra und Nagar Haveli (Unionsterritorium)
- DD Daman und Diu (Unionsterritorium)
- GA Goa
- GJ Gujarat
- MP Madhya Pradesh
- MH Maharashtra
- OR Orissa
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