Wandern in Neuseeland
Die gut ausgebaute Infrastruktur, zahlreiche Übernachtungsgelegenheiten und verschiedener Transportsysteme machen das neuseeländische Hinterland zugänglich. Es sind viele hundert verschiedene Wanderwege in allen Landschaften und in fast allen Regionen Neuseelands bekannt und beschrieben. Die überwiegende Mehrzahl der Wanderwege führt durch vom Department of Conservation verwaltete Naturschutzgebiete.
Viele der Wege, die jetzt als Wanderwege ausgebaut sind, sind uralte Verbindungen der Māori. Später haben Goldsucher, Jäger, Holzfäller, Gumdigger und Siedler weitere Routen angelegt, ehe das Straßennetz den heutigen Ausbauzustand erreichte. Auf diesen alten sowie auf neu angelegten Wegen (tracks) wandern in zunehmender Anzahl sowohl einheimische als auch ausländische Touristen.
Auf der Nord-, Süd- und Stewart-Insel sowie auf einigen kleineren Inseln sind viele Bereiche als besondere Schutzgebiete ausgewiesen; es gibt zur Zeit 14 Nationalparks, 20 Waldschutzgebiete, 32 Meeresschutzgebiete mit ihren Küsten und viele Regionalparks. In den Alpen der Südinsel und in allen der ca. 40 Berglandschaften (mountain ranges) kann gewandert werden.
Überwiegend verlaufen die Wanderwege über öffentliches Gelände. Von wenigen ganz speziellen Naturschutzzonen abgesehen, ist der Zutritt zu allen Parks frei und kostenlos. Von privaten Unternehmern werden in einigen Gegenden geführte Wanderungen (guided walks) mit zusätzlichen Diensten wie Transport, Verpflegung, Übernachtung und Betreuung angeboten. Hingegen sind für ungeführte Wanderer (independant walkers) lediglich die Übernachtungen in den Hütten gebührenpflichtig.
Unterkunft: Hütten, Unterstände, Zeltplätze
Von verschiedenen Organisationen werden zahlreiche Wanderhütten unterhalten. Insbesondere der DoC bietet zwischen 900 und 1.000 backcountry huts sowie viele Unterstände, backcountry shelters, und mit zahlreichen backcountry campsites Stellen für ein sehr einfaches Camping an.
Von wenigen explizit angegebenen Ausnahmen ist Anmelden zu den Übernachtungen nicht vorgeschrieben. Wenn manchmal zu viele Wanderer eintreffen, müssen sie sich arrangieren. Im Gegensatz zu den Hütten der Great Walks werden die meisten anderen Hütten nicht immer von Hüttenwarten betreut. Es gibt keinerlei Bewirtschaftung der Art, wie sie auf vielen Berghütten der europäischen Alpen angeboten wird.
Bis in die frühen 1990er Jahre standen viele dieser Einrichtungen unentgeltlich zur Verfügung, dann wurden Gebühren erhoben und seither mehrmals erhöht. Die Gebühren werden mit sogenannten Tickets entrichtet, alternativ ist es möglich, einen preiswerteren Jahrespass (AHP – Annual Hut Pass) oder Halbjahrespass zu erwerben, der jedoch nicht in allen Hütten gilt.
Gebühren und Buchung
Hütten werden nach fünf Kategorien unterschieden, und es gibt vier Alterskategorien für Benutzer. Die wenigen der einfachsten Hütten, Unterstände und Biwaks sind gebührenfrei, für Übernachtungen in Hütten der besseren Kategorie sind mehrere Tickets erforderlich. Für die Great Walks gelten besondere Gebührensysteme.
Buchbar sind auch die privaten Hütten anderer Betreiber, beispielsweise FMC Federated Mountain Club, NZAC New Zealand Alpine Club, New Zealand Deer Stalkers Association
Für die Benützung mitgeführter Zelte nahe bei den Hütten wird eine geringere Gebühr fällig. Zelten in einiger Entfernung von den Hütten bleibt gebührenfrei, weil dabei deren Infrastruktur nicht beansprucht wird.
Pferd, Fahrrad und Kanu
Viele Wanderungen sind auch per Pferd, Fahrrad oder Kanu möglich. Dem vergleichsweise beschaulichen Wandern stehen andere, gelegentlich recht ausgefallene outdoor-Aktivitäten wie Jetboating, Canyoning, Abseilung, Bungee-Springen und Sky diving gegenüber.
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