Westlicher Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz, Wien Fotograf: Lizenz: CC-by-sa-2.5
Westlicher Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz,  Wien

Wien

Wien ist die Bundeshauptstadt der Republik Österreich und zugleich eines der neun österreichischen Bundesländer.

 

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote ist die Stadt ein beliebtes Touristenziel. Wien gilt auch als Musikhauptstadt, aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler.

Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, die Altstadt, in deren Zentrum sich der Stephansdom befindet. Hier im ersten Bezirk befinden sich auch die Staatsoper, die Hofburg (Stadtresidenz der Kaiser), die Kärntner Straße (die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs), bekannte Hotels und Konditoreien und die prunkvolle Ringstraße, welche die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 auch eine sehr lebendige und vielfältige Szene entwickelt mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Veranstaltungen aller Art.

Wien wird als Stadt mit hoher Lebensqualität bewertet. Mit rund 1,7 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Metropole der Republik, lebt im Großraum Wien mit etwa 2,4 Millionen Menschen über ein Viertel aller Österreicher. Bezogen auf seine Einwohnerzahl ist Wien die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union.

Die Stadt Wien war jahrhundertelang kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger und damit als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches ein kulturelles und politisches Zentrum Europas. Als viertgrößte Stadt der Welt nach London, New York und Paris, zählte Wien um das Jahr 1910 über zwei Millionen Einwohner.

Wien ist mit einer Fläche von 414,90 km² das kleinste Bundesland Österreichs und vollständig vom Bundesland Niederösterreich umgeben. Die Stadt wird in 23 Gemeindebezirke unterteilt.

Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt Wiens, sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und anderen Sehenswürdigkeiten ist ein Wahrzeichen Wiens und überragt als eines der höchsten Bauwerke der Stadt die Innenstadt.

Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom, das Schloss und der Tiergarten Schönbrunn, das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, die Albertina, das Riesenrad sowie das Museumsquartier.

Klima und Wetter

Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im 30-jährigen Mittel im Stadtzentrum durchschnittlich 11,4 °C, in den Außenbezirken (ZAMG Wetterstation Hohe Warte) 10,2 °C. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 mm, wobei im Westen der Stadt im Durchschnitt 741,5 mm gemessen werden im Osten hingegen nur 514,5 mm. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber. In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG.

Essen und Trinken

Die traditionelle Wiener Küche ist geprägt von den früheren Einflüssen der Zuwanderer aus den Regionen und Ländern der k.u.k.-Monarchie. Bedingt durch die Lage der Stadt nahe der Grenze zu Ungarn und dem früheren Böhmen finden sich vor allem Speisen aus diesen Ländern auf den Speisekarten. So stammt das Gulasch mit seinen Wiener Varianten – dem Wiener-, Fiaker- und dem Zigeuner-Gulasch – aus Ungarn. Aus Böhmen kamen vor allem die Mehlspeisen, wie verschiedene Strudel, Golatschen und Palatschinken sowie verschiedene Knödelvarianten. Besonders beliebt sind das Wiener Schnitzel und der Tafelspitz.

  • Naschmarkt: Der größte und vielseitigste Markt mit festen Ständen ist der Naschmarkt, wo man Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleisch und vieles mehr aus aller Welt kaufen kann. Der Naschmarkt gilt als der Spezialitätenmarkt Wiens. 
  • Brunnenmarkt: Der längste Straßenmarkt Europas im 16. Wiener Gemeindebezirk.
  • Würstelstände: Zum Stadtbild Wiens gehören in belebten Gegenden die Würstelstände, die verschiedene heiße Würstel sowie heißer Leberkäse anbieten.

Wiener Kaffeehaus

Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur ist das Wiener Kaffeehaus, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils, existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben. Das erste Kaffeehaus Wiens wurde 1685 von einem Griechen namens Johannes Theodat in seinem Wohnhaus am Haarmarkt, heute Rotenturmstraße 14, eröffnet.

Heurigen

Wien ist weltweit eine der wenigen Metropolen mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nussdorf, Salmannsdorf, Sievering), Floridsdorfs (Jedlersdorf, Stammersdorf, Strebersdorf), Mauer und Oberlaa konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter getrunken, einem Mischgetränk aus Weißwein und Soda- oder Mineralwasser, wobei das Mischungsverhältnis jahreszeitlich variieren kann (Sommer- oder Wintergespritzter).

Anreise und Verkehr

Flug

Südöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien, auch bekannt als Flughafen Wien-Schwechat. In jüngster Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Bratislava aus. Der Flughafen befindet sich im niederösterreichischen Schwechat, einer 16 km südöstlich von Wiens Zentrum gelegenen Stadtgemeinde, und 49 km westlich vom slowakischen Bratislava (Pressburg).

Flughafentransfer

  • S-Bahn-.S7: Die Linie S7 verbindet den Flughafen mit dem Umsteigeknoten Wien Mitte in 24 Minuten. Die S-Bahn ist tarifmäßig Teil des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR), der Flughafen daher mit ihr besonders preisgünstig zu erreichen.
  • City Airport Train (CAT): Der City Airport Train verbindet den Flughafen im gegenüber der S-Bahn versetzten Halbstundentakt mit dem Bahnhof Wien Mitte und der U-Bahn-Station Landstraße, jedoch ohne Zwischenhalte und deswegen mit 8 Minuten geringerer Fahrzeit. Für den CAT gilt ein besonderer Tarif. An beiden Enden der Strecke wird der Fahrgast in eigenen CAT-Terminals abgefertigt. Im City Air Terminal im Stadtzentrum können Passagiere der Star Alliance, der Air-Berlin-Gruppe sowie Germanwings für ihren Flug einchecken und bei vorhandenem CAT-Ticket auch das Gepäck abgeben.
  • Bus: Die Autobusse der Vienna Airport Lines, einer Submarke der ÖBB-Postbus-GmbH, verkehren von mehreren Punkten in Wien aus (unter anderem Schwedenplatz/Morzinplatz, Bahnhof Meidling, Westbahnhof, UNO-City) meist halbstündlich direkt oder mit wenigen Haltestellen (nicht im Verkehrsverbund) zum Flughafen. 
  • Außerdem gibt es eine Busverbindung mit den ÖBB stündlich sowie Eurolines und Orangeways nach Budapest, Bratislava, Brno, Prag und zum Flughafen Bratislava.


Öffentlicher Nahverkehr

  • Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Es besteht aus den zu den ÖBB gehörenden Schnellbahn-Linien, der Badner Bahn und dem Netz der Wiener Linien (U-Bahn Wien, Straßenbahn und Autobuslinien), dem City Airport Train und diversen privaten Autobuslinien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 60 km Entfernung vom Zentrum Wiens bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR).
  • Straßenbahn: Die Wiener Straßenbahn existiert seit 1865 und betreibt heute ein 179 Kilometer langes Gleisnetz. Damit verfügt Wien über eines der ältesten und längsten Straßenbahnnetze der Welt.
  • Stadtbahn: Ab 1898 wurde die im Jugendstil errichtete Stadtbahn eröffnet, deren Gleisnetz ab 1976 von der schrittweise neu errichteten U-Bahn übernommen wurde.
  • Heute verfügt Wien mit der NightLine auch über ein Nachtverkehrs- und Anrufsammeltaxinetz.

Schiff

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien mit dem Hafen Rotterdam verbunden. Über die Donau gibt es eine Verbindung mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer. Die Personenschifffahrt auf der Donau hat heute fast nur noch touristische Bedeutung. 

  • Es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke. Daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nussdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.
  • Twin City Liner: Seit 2006 verbindet der Schnellkatamaran „Twin City Liner“ dreimal täglich die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava über die Donau. In Wien wurde als Ein- und Ausstiegsstelle der Schwedenplatz, Abgang Marienbrücke, gewählt. In Bratislava dient das denkmalgeschützte „Propellerhaus“ im Zentrum als Anlegeplatz. 2006 verkehrte das Schiff bis Ende Oktober, 2007 wurde die Saison bereits im März begonnen, 2008 wurde ein zweiter Schnellkatamaran angeschafft, und verkehrt seither fünfmal täglich zwischen Wien und Bratislava.

Aktivitäten

Baden

  • Gänsehäufel: Die wohl bekannteste öffentliche Badeanlage Wiens ist das Gänsehäufel – eine Insel an der Alten Donau, die zur Gänze dem Badevergnügen gewidmet ist. Direkt daneben befindet sich das „Kleine Gänsehäufel“, eine Halbinsel, auf der sich mehrere Arbeiterbäder, die während der Zeit des „Roten Wiens“ eröffnet wurden, befinden.
  • Auch andere öffentliche Bäder stammen aus dem „Roten Wien“, wie etwa die Kinderfreibäder oder das Amalienbad im 10. Bezirk. Noch unter einem christlichsozialen Bürgermeister wurde 1914 das Jörgerbad eröffnet. Noch älter ist das Dianabad, welches 1806 vorerst nur für die gesellschaftliche Oberschicht fertiggestellt wurde.
  • Wiener Donauinsel: Ebenfalls zum Baden genutzt wird die zwischen der Neuen Donau und der Donau gelegene, über 21 km lange Wiener Donauinsel sowie die am nordöstlichen Ufer der Neuen Donau gelegenen Badebereiche im 21. und 22. Bezirk.

 

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